Anfang 2008 gründete sich die Autonome Antifa Duisburg, welche sich später in ‚Antifaschistische Jugend Duisburg‘ unbenannte. Sie war zusammengesetzt aus MitgliederInnen verschiedener Spektren. Wir verstanden uns als ‚nicht-antideutsch‘ und versuchten dieses Thema auch stets zu vermeiden. So funktionierte die Gruppe einige Zeit, bis jemand zum stark rassistischen Antideutschen mutierte. Es gab versuche die Arbeit fortzusetzen, jedoch wurden sie seitens dieser Person immer wieder gebremst bzw. komplett gestoppt. Schlimmer war jedoch, dass dies ernsthafter Rassismus war. So gab es immer wieder Diffamierungen und Arroganz, seitens der Antideutschen Fraktion. Diese führten immer wieder zu Diskussionen welche mit extremst rassistischen Aussagen endeten. So bekam man wortwörtlich zu hören das doch alle Moslems, vor allem junge Türken, antiintegrationsfreudige und nationalistische Idioten seien. Auf die Frage, was gerade sie dafür könnten, nicht nur gesellschaftlich so benachteiligt zu sein, kam die antwort (ACHTUNG, WORTWÖRTLICH): „aber ihre verkackten ignoranten, unangepassten, nationalgeschädigten eltern die es nicht für nötig halten selbst deutsch zu lernen und ihre kinder deutsch lernen zu lassen“. Bei objektiven Erklärungsversuchen bekam man folgendes zu hören: „is die tatsache dass man von nem bauernhof kommt ne entschuldigung dafür scheiße zu sein und sich und anderen und vorallem seinen kindern das leben schwer zu machen?“. Zwischenzeitlich gabs auch fragen wie „findste marxloh cool?“.
Spätestens hier war für mich als Mitgründer dieser Gruppe schluss.
Eine linke Politik kann und darf sich nicht auf bürgerliche Hetzdebatten einlassen und muss stets das Internationale im Auge behalten. Wir müssen diejenigen sein die sich beim Alltagsrassismus in den Weg stellen. Wir müssen Aufklären, die Verbindung suchen und dürfen dabei nichts von anderen erwarten. Gerade beim emanzipatorischen Antifaschismus ist dies eine Pflicht, da alles andere zur bürgerlichen Hetze gegen Bevölkerungsminderheiten führt! Man muss Solidarität durch praktische Arbeit aufbauen, statt sich in elitärem Lesekreismillieau zu bewegen und für die Medienhetze zu argumentieren! Nur so kann Antifaschismus funktionieren, was damals die Antifaschistische Aktion / Bundesweite Organisation auch bewiesen hat! Wenn Antideutsche dazu aufrufen die von damals bestehenden restlichen Strukturen zu zerschlagen, muss man dazwischengehen!
Gerade die Erfahrung mit der Gruppe hat mir gezeigt, wie wichtig es ist den rassistischen Konsens mit menschenverachtenden Pseudolinken zu brechen! Wer den Antisemitismus dazu missbraucht, seinen eigenen bürgerlichen Rassismus zu verpacken und zu rechtfertigen, ist weder emanzipatorisch, noch links oder antikapitalistisch. Wer dann noch antizionismus mit antisemitismus gleichsetzt und präventiven Antikommunismus schürt widerspricht allen linken Idealen.
Nach dem Zerfall der Antifaschistischen Jugend Duisburg bemüht sich nun die Antideutsche Fraktion um eine ‚reorganisierung‘ der Gruppe. Während jedoch fast alle AktivistInnen schon in anderen Projekten und Spektren eingebettet sind, rufen sie unter dem Namen der AJDU zur prozionistischen Kundgebung in Duisburg auf. Damit stehen sie als Aufrufer u.a. unter ‚Gegen Islamisierung e.V.‘! Da ich weiß das weder ich, noch jemand anders aus der ehemaligen AJDU zu dieser rassistischen Veranstaltung aufrufen würde, musste hier ein ganz klares Statement her.
Für echte Antifa-Arbeit in Duisburg gibts weiterhin die Rote Antifa Duisburg, welche nicht von der Hetze der Antideutschen unbetroffen bleibt. So gibts immer wieder regelrechte Lügen- und Hetzkampagnen in dem die gesamte Gruppe als stumpf und antisemitisch dargestellt wird. Natürlich ist dies auch eine dreisste Lüge! Niemand sollte deswegen Berührungsängste mit dieser Gruppe haben und sich seine eigene Meinung bilden.
Duisburg, Februar 2009


